Der Weltfrauentag ist durch Protest der Textilindustrie entstanden - mehr als 100 Jahre später werden Frauen in den Fabriken noch immer menschenunwürdig behandelt.

Richtig gelesen. Wegen der Missstände der Arbeiterinnen in der Modeindustrie und ihren Forderungen nach fairen Bedingungen gibt es den internationalen Frauentag überhaupt. Kleine Feminismus-Geschichtsstunde: Der Anstoß zur Einführung des Internationalen Frauentages kam 1908, tausende Frauen gingen in New York City auf die Straße, um gegen die unzumutbaren Konditionen der Frauen in der Bekleidungsindustrie zu demonstrieren.


Der Streik war die Reaktion auf Niedriglöhne, sexuelle Belästigung, fehlende Absicherungen. Wie schlimm ist der Fakt bitte, dass Frauen mehr als 100 Jahre später immer noch vor diesen Herausforderungen stehen? Sogar potenziert, Stichwort Überproduktion. Solange globale Modeketten auf Masse für Niedrigpreise produzieren, wird in den entsprechenden Zulieferwerken weiterhin unter widrigsten Umständen geschuftet.

Massenproduktion vs. Menschenrechte

Es ist absurd: Trump als personifizierter Angriff auf Frauenrechte hat dem Weltfrauentag mit seinen Märschen eine neue Dringlichkeit verpasst, weltweit gehen Frauen am 8.März wieder auf die Straße. Mit Wut, mit Hoffnung, mit bunten Schildern – und mit Kleidung, die GRLPWR proklamiert. Dabei bedeutet die Female-Empowerment-Massenware ja genau das Gegenteil: Rund 75 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter in der Bekleidungsindustrie sind heute mit der Herstellung unserer Kleidung beschäftigt. 80% von ihnen sind junge Frauen, die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind.


Wenn wir also für die Rechte der Frauen weltweit laut werden, sollten wir vor allem an die denken, denen Sozial- und Sicherheitsstandards verwehrt bleiben: Die, die 80-Stunden die Woche für den Mindestlohn arbeiten – die Mehrheit der Textilfabrikarbeiter*innen verdienen weniger als $3 am Tag. Man muss sich mal vorstellen, was es bedeutet, wenn man ein GRLPWR-Shirt trägt, dessen Arbeitskosten gerade mal 0,5 bis 5 Prozent des Verkaufspreises ausmachen. Die Profitgier der Konzerne kostet Menschenwürde.

ARMEDANGELS übernimmt soziale Verantwortung

Und im Umkehrschluss: Fair Fashion Labels sorgen für Menschenwürde. Bei ARMEDANGELS macht das Verhältnis zwischen Arbeitskosten und Verkaufspreis mehr als 10 Prozent aus. Die 2160 Frauen in der Produktion (Näherinnen, Schneiderinnen, Monteurinnen) bekommen in der Lieferkette das gleiche Gehalt wie die Männer in der gleichen Position. Gemeinsam mit der Fair Wear Foundation ist ARMEDANGELS davon überzeugt, dass die Rolle der Frau gestärkt und die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gestoppt werden muss, um akzeptable Arbeitsbedingungen anzustreben. Lohn und Respekt müssen geschlechtergerecht miteinander einhergehen.


Bei ARMEDANGELS kämpfen wir jetzt seit 13 Jahren für bessere Bedingungen – kämpft mit. Denn auch Konsument*innen müssen sich die Verantwortung anziehen. Wer den Frauen in der Textilbranche wirklich helfen will, der sollte zum einen weniger konsumieren - 60 Prozent aller hergestellten Kleidungsstücke werden nicht einmal getragen – und zum anderen anders konsumieren. Mit Herz und Verstand. Mit uns.

Fair Fashion empowers women.
Fast Fashion disempowers women.

Eco Friendly and Fair. We only have one world left.